Terminals im KV

Funktion von Terminals

Terminals sind Umschlageinrichtungen (auch Umschlaganlagen), in denen Ladeeinheiten zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, Wasserstraße) verladen werden. Sie bilden die Schnittstellen in Transportnetzwerken. Neben dem Umschlag haben Terminals zusätzlich eine Pufferfunktion, d.h. sie können Güter eine bestimmte Zeit lang lagern und zurückhalten, was die Flexibilität in Transportnetzwerken begünstigt. Zudem können Ladeeinheiten in Terminals gebündelt und neu verteilt werden. Terminals werden nach ihrer Anschlussfunktion unterschieden, d.h. an welche Verkehrsträger das Terminal angebunden ist.

Generell wird zwischen Seehafen-Terminals und Binnenterminals unterschieden. Während Seehafen-Terminals Umschlageinrichtungen zur Be-und Entladung großer Seeschiffe sind und einen direkten seewärtigen Anschluss besitzen, sind KV-oder Binnenterminals mehr im Landesinneren lokalisiert und für den Umschlag zwischen den Verkehrsträgern Schiene, Straße und Binnenwasserstraße zuständig. KV-Terminals können auch nachgelagert auf dem Gebiet eines Seehafens liegen, um die Ladeeinheiten von und zu den Seehäfen zu transportieren. Die technische und infrastrukturelle Ausstattung von Binnen-oder Seehafen-Terminals ist dementsprechend auf die jeweilige Funktion ausgerichtet.

Binnenterminals

KV-Terminals (auch Binnenterminals) sind Umschlageinrichtungen, die im Hinterland lokalisiert sind, d.h. sie liegen nicht direkt am Meer. Binnenterminals sind über die unterschiedlichen Streckennetze jedoch an Seehäfen angeschlossen und können auch direkt auf der Fläche eines Seehafens lokalisiert sein. In KV-Terminals findet der Umschlag von Ladeeinheiten zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern statt, wodurch sie im KV als wichtige Knotenpunkte zwischen den verschiedenen Transportabschnitten fungieren.

Derzeit gibt es in Deutschland 219 KV-Terminals (Stand Juni 2018, intermodal map der SGKV), wodurch ein breites Verkehrsnetz für den KV vorhanden ist. Durch die Verbreitung des KV in Europa wurde das bestehende Terminalnetz mehr und mehr ausgebaut. 

KV-Terminals lassen sich generell darin unterscheiden, an welche Verkehrsträger sie angeschlossen sind. Bimodale Terminals können Ladeeinheiten zwischen zwei Verkehrsträgern umschlagen, bei trimodalen Terminals erfolgt der Wechsel zwischen drei Verkehrsträgern. Dementsprechend gestaltet sich die technische Ausstattung der Umschlagsysteme in Terminals.

Wichtige Bestandteile von KV-Terminals

Quelle: DUSS

Bimodales Terminal (Schiene/Straße)

Quelle: ZVG

Trimodales Terminal 

Der Aufbau und die Ausstattung von Terminals sind an die individuellen, regionalen Rahmenbedingungen geknüpft – dadurch besitzt jedes Terminal eine unterschiedliche Struktur. Wichtige Rahmenbedingungen sind bspw. die bedienten Marktsegmente, Ausrichtung auf Import und/oder Export, Anschluss an Verkehrsträger. Größe, Flächenform sowie technische Ausstattung der Terminals sind daran angepasst, mit dem Ziel einen ökonomisch effizienten Betriebsablauf zu gewährleisten.

Sie möchten wissen, wo KV- Terminals lokalisiert sind?

Dann besuchen Sie gern unsere kostenlose Intermodal Map und erfahren Sie, wo KV-Terminals in Deutschland, Europa und weltweit lokalisiert sind.

Seehafen-Terminals

Im globalen Warenverkehr bilden Seehäfen die Schnittstelle zwischen Festland und internationalen Gewässern. An Seehäfen können Seeschiffe anlaufen und deren Güter umgeschlagen werden. Seehäfen sind überwiegend an der Küstenlinie lokalisiert, jedoch gibt es auch einige Ausnahmen wie der Hamburger Hafen oder Port of Manaus in Brasilien. Sie liegen mehrere Kilometer von der Küste entfernt.

Für den Kombinierten Verkehr sind insbesondere Seehäfen mit Containerterminals von Bedeutung, da der Container die meist genutzte Ladeeinheit im KV ist. In Containerterminals erfolgt die Be- und Entladung von Seeschiffen ebenfalls Kränen, wie in vielen Binnenterminals. Die sogenannten Containerbrücken sind jedoch meist sehr viel größer und auf die effiziente Entladung große Containerschiffe ausgelegt. Die Entladung von Schiffen nennt man übrigens „löschen“.

 

Europas größte Seehäfen nach Containerumschlag in Mio. TEU

Quelle: Lloyd’s List 2019 (Stand 2018). Darstellung SGKV